Kirche, Natur, John Wayne und die Wasserfrau – meine erste öffentliche Rede als Huppicke

ja, Wenden ist meine Heimat und ich freue mich, dass meine allererste solo-Ausstellung in dem schönen Treppenhaus des Rathaus stattfinden darf.

Meine Heimat ist Wenden und es ist mir wichtig, denn es hat mich geprägt. Besonders geprägt  – treten Sie vors Rathaus und schauen nach links – die Kirche.  Und sie brauchen nicht viel länger laufen und Sie finden die wunderbare Natur um Wenden herum. Unsere Kirche unsere Natur.

In der Kirche fand ich als Kind Malerei, Bildhauerei, Architektur, Poesie, Musik als meine Zuflucht. Ich hing gerne allein dort ab, dann konnte ich mir ungestört alles anschauen. Viele Male bin ich in den Fastenzeiten an unserem Kreuzweg entlang gegangen und habe die Bilder auf mich wirken lassen, sie sind im Stil alter Meister gemalt. Damals fand ichs verwirrend, dass der fiese Schächer mit dem Speer eine Hose in der selben Farbe trug wie John Wayne wenn er die hilflosen Fräulein der weiten Prärie rettete, liebe aber seitdem seltsame Verbindungen. Hauptsächlich aber, Damals hat mir das Wort dafür gefehlt, ich habe mich „erbaut“ gefühlt, d.h. was in mir sich unangenehm und unpassend anfühlte wurde genommen und umgebaut um dann leichter, erträglicher zu sein. Jeder Mensch hat solches in sich, mehr oder weniger bewusst.  Meine Definition von Kunst ist daher – es packt mich, es hält mich, betört mich, es wandelt mich, es zeigt mir, manchmal gegen meinen Willen, wer ich bin, wer ich sein will, was ich bewegen möchte und was mir gleichgültig ist, es bringt mich bis an meiner Sehnsucht Rand. ES – nicht sie, die Kunst, es, das, das auch durch Kunst wirkt. Klingt jetzt etwas Harry Potter-haft. Aber viele Menschen tun ja auch so, als sei kunst voldemort – der nicht genannt werden darf. Und damit komm ich zurück zum zweiten Einfluss.

Der zweite Wendener Einfluss ist die Natur, die sichtbare, anfassbare Schaffenskraft. Sie, die überall ist. Ich liebte es allein umherzustreifen, besonders an Sommertagen mich quer durch den Wald zu schlagen. Die wundervolle Farbpalette eines heißen Sommertages im Wald! Manchmal hatte ich die Blockflöte dabei und Bücher. Ich kam mir sehr romantisch vor noch bevor ich je von der Romantik Eichendorff, Caspar david Friedrich, william blake gehört hatte Die Erinnerung daran finden Sie auf dem Bild Ecotone ein Stockwerk tiefer.

Wenn Sie mir gestatten es frech zu behaupten: Ich zähle meine Bilder zum magischen Realismus, auch wenn ich kunst nicht studiert habe und daher ja vermutlich kein Anrecht auf Einordnung in die kunstgeschichte. Ihnen zugrunde liegt immer der Versuch mir selbst eine Geschichte zu erzählen oder eine meiner Lebensgeschichte umzuschreiben. Sie finden kurze Hinweise neben den Bildern, mit denen Sie evtl. wenig anfangen können. Es sind ja auch meine Geschichten, die ich da andeute. Und da ich nun von Geschichten spreche – meine Kunst entsteht als Intentional Creativity. Ich bin Mitglied der Intentional Creativity Guild, deren Ziel unter anderem ist Frau und Mädchen und die Männer die Frauen und Mädchen achten und lieben mit Kreativität zu selbstliebe, Selbstachtung und Selbstausdruck zu ermächtigen. Intentional Creativity, das Malen ist ein Mittel für Selbsterkenntnis und zur inneren Stärkung gedacht, eine Entscheidungshilfe dafür zu sein, die man wirklich ist und welche geschichten man sich selbst über sich selbst erzählen möchte. Schaffensabsicht, Selbsterforschung, Vorstellungskraft und Einsicht sind die metakognitiven Stationen im Schaffensprozess die zu all diesen Bildern geführt haben.

Ich bin nicht bitter über die Witze über Frauen über 50, die mit dem Malen anfangen, über Kommentare, dass Bilder häßlich, esoterisch, langweilig, zu schön seien.  Aber ich bin bitter über jede einzelne Frau, die ihre Kreativität unterdrückt, weil sie solche Kommentare schonmal gehört hat, die glaubt ihre Form der Kreativität sei unwichtig und frivole Zeitverschwendung, nicht nützlich.

Wenn das eine oder andere Bild Sie beim betrachten anspricht, dann wäre ich froh, und wenn es sie dazu bringt zu Papier und Farbe zu greifen, wäre ich noch froher.  Aus meinem Atelier hinaus ins Wendener Rathaus und vielleicht sogar irgendwann zu Ihnen nach Hause fände ich wunderbar für meine Bilder, für die Bewegung der Kreativität mit Absicht Selbstausdruck.

Wer von den Wendenern hier noch keine Wasserfrau im Wendebach gesehen hat, der hat am stillen Sommerabend noch nicht lange genug hineingeschaut und dann gezeichnet. Ist aber nicht schlimm – heute haben Sie ja erst mal meine Bilder. Ich hoffe Sie haben nun Freude daran.

Die innere Kritikerin und die innere Muse

Ich muss gestehen, eigentlich finde ich das Wort Muse nicht sehr ansprechend. Denn augenblicklich steht mir vor Augen: ein männlicher Künstler – und die Frauen seiner Umgebung entweder Dienstpersonal oder Musen (oder beides), je nachdem wie attraktiv ihr Aussehen. Manche Maler haben eine Dauermuse, manchmal ständig neue. Es sind reale Frauen und sie haben sich anschauen und abmalen lassen, manchmal, wie verrucht, nackt, oft auch nicht, jedenfalls sind sie selbst NICHT kreativ. In manchen Fällen wird ihre Kreativität sogar aktiv unterdrückt und verschwiegen. Schönes Leben für die Musen.

Bei Intentional Creativity wird das Wort Muse nicht so verwendet. Es geht zwar ähnlich wie die Muse des Malers zurück auf die griechischen Göttinnen der Künste und es deutet auch auf die hin, die die Künstlerin inspiriert, doch sie ist kein Wesen außerhalb sondern sie gehört zum Ich der Künstlerin. Sie ist die innere Stimme, die ungeheuer kreative Ideen hat, die starke leidenschaftliche Sehnsüchte und Bedürfnisse hat, die wild und rücksichtslos, sanftmütig und gütig sein kann und häufig sehr gefühlvoll und völlig unberechenbar ist – und deshalb in unsere heutige Welt nicht mehr gut hineinpasst.

Stattdessen haben gerade wir Frauen uns lieber eine innere Kritikerin zugelegt. Sie kommentiert alles was wir tun unaufhörlich, gerne sehr negativ. Sie vergleicht, macht schlecht, ist schlecht gelaunt und wählt sehr sehr gemeine Worte. Sie hat die Fähigkeit mich zum Weinen zu bringen und macht mich so fertig, dass ich mich nur noch betäuben möchte. Mit Schokolade, oder Binge-Watching. Aber sie bringt mich auch dazu mich anzupassen, Dinge zu schaffen, die Anerkennung bringen und für andere pflegeleicht zu bleiben. Denn eigentlich ist sie die pure Unsicherheit.

Intentional creativity hat folgende Theorie: Unsere innere Stimme ist eigentlich unsere Muse. Diejenige die direkten Kontakt zu unserer Seele hat, die Zugriff hat auf alles Gesehene, Erlebte, also auch Kontakt zu allen Ebenen des Ichs. Aber sie hat ihre eigene Sprache. Die Kreativität. Nur wenn wir sie hegen und pflegen mit kreativem Selbstausdruck und nur wenn wir sie unterstützen und ihre Anregungen aufnehmen, dann habe wir auch die weise, wissende Unterstützerin, die beste Freundin in unserer Muse.

Lehnen wir sie aber ab, vertrösten sie und wollen so gar nicht auf ihre Bedürfnisse eingehen, dann wird sie verbittert und verwandelt sich langsam in die Kritikerin. Da wird uns ihre ganze Macht bewusst, sie macht uns das Leben schwer.

Das gute ist: Man kann den Prozess wieder umdrehen. Indem man die innere Kritikerin mit Güte behandelt und indem man kreativ wird und tut, was man (die Muse) schon immer mal seit früher Jugend ausprobieren wollte. In Intentional Creativity haben wir Workshops um die Musenhaftigkeit der inneren Stimme hervorzulocken. Besonders geeignet um herauszufinden oder zu erinnern, was man seit Jugendzeiten wirklich mal gerne ausprobiert hätte und besonders geeignet für Frauen, die gerne malen würden, aber glauben, sie können es nicht.

Intentional Creativity ist nicht Malen nach Zahlen

Jeder Knochen ist ein kreativer Knochen. Every bone is a creative bone.

Das sagen die Künstlerinnen Sue Hoya Sellers und Shiloh Sophia McCloud so.

Meine Knochen nicht – sagst du vielleicht. Ich hab das nicht im Blut. Ich bin durch und durch unkreativ, ich kann das einfach nicht. Schon Malen nach Zahlen damals als ich 10 war ging immer schief. Mir kommen auch keine Ideen, ich bin nicht originell.

Lass uns kurz jeden Satz anschauen:

Mir kommen keine Ideen, ich bin nicht originell. Sicher? Oder ist es vielleicht eher so, dass du ein bisschen aus der Übung bist beim Träumen, weil deine innere Stimme immer sofort sagt: Sowas malen ist doch Quatsch/wertlos/kindisc/unmöglich/eingebildet… du weißt schon, was sie sagt. Man muss nicht von Inspiration und Einmaligkeit reden – du bist du! Das ist Einmaligkeit genug! Fang einfach mit abstraktem Malen an und schau, was du dann darin siehst. Von da aus geht es weiter. Niemand ist wie du, niemand denkt wie du, niemand assoziiert die gleichen Sachen (oder vielleicht doch – yay – dann hast du eine Mal-Kumpelin gefunden!)

Schon Malen nach Zahlen ging immer schief. Okay. Hast über die Linien gemalt? Oder dich bei den Farbnummern vertan? Hast du etwa auch nur mit Schablonen gezeichnet? Nicht schlimm. Oder doch schlimm, wenn das dazu geführt hat, dass du dich für nicht kreativ hältst. Ganze Generationen hat Malen nach Zahlen vom Experimentieren und fröhlichen drauflosmalen abgebracht. Schade, und wahrscheinlich auch nicht so gemeint. Intentional Creativity-Malen in Acryl ist kein Malen nach Zahlen. Es gibt keine Vorlagen und auch keinen nummerierten Farbplan. In einem Workshop male ich zwar vor aller Augen und gebe einzelne Schritte vor, aber was glaubst wie unterschiedlich 5 Frauen die Anweisung ausführen: „Wir suchen uns 3 Farben aus und malen mit der ersten große Kreise, mit der zweiten füllen wir die Kreise in groben Strichen aus und mit der dritten füllen wir alles weiß, dass übrig geblieben ist“. Und obendrein ermuntere ich auch noch zur Rebellion: „Ihr könnte auch gerne andere Symbole malen, welche auch immer euch vorschweben.“ Kein Bild wird wie das andere und von keinem wird gesagt: so ist es richtig, so ist es falsch. Du kannst das. Bei den Dingen, die du schwierig findest, folgst du meinen Worten und Pinselstrichen.

Ich kann das einfach nicht. Bitte programmier dich doch nicht so negativ. Ich pflegte früher immer zu klagen: Wenn ich einen Kreis malen will, wird es ein Ei und wenn ich ein Ei malen will wird es ein Kreis. Guck in der Galerie. Meine Eierkreise und Kreiseier halten mich nicht ab kreativ zu sein. Wir machen ja auch keinen Fotorealismus. Ist das Ei zu rund korrigieren wir das oder lassen es sein wie es sein will.

Ich bin durch und durch unkreativ. Aha. Ich wette, du hast ein kreatives Hobby. Zimmer dekorieren? Gartenarbeit? Hübsche Postkarten schreiben? Tidy up a la Marie Kondo im Kleiderschrank? Den Tisch festlich decken? Eine Party schmeißen? Oder sogar: Als Beamtin den Bescheid so formulieren, dass der Bürger nicht nur alles versteht sondern sogar Mut fasst Widerspruch einzulegen? Jeder kann irgendwas ein bisschen netter, bunter, ordentlicher, unordentlicher machen – soviel Kreativität reicht aus!

Ich hab das nicht im Blut. No creative bone – ich verstehe. Vielleicht magst du das Gedicht Ode an meine Schwester von Wislawa Szymborska lesen. Kreativität muss nicht vererbt werden. Kreativität kann auch eine Spontanmutation sein. Oder man „infiziert sich“ bei einer unbekannten Kreativen. Ich geb’s gerne weiter. Hatschi!

Intentional Creativity ist für die Anfängerin geeignet. Bald habe ich ein Freebie für dich. Komm wieder, damit du es dann ausprobieren kannst.

Wie ist man absichtlich kreativ? Wie geht Intentional Creativity?

Blöde Frage?

  1. Ich nehme mir vor kreativ zu sein, zu festen Terminen oder jeden Tag 15 Minuten und dann mach ich was. Absichtlich kreativ gewesen. Oder
  2. Ich habe eine gewisse Absicht und plane wie ich mein Ziel erreichen kann. Z.B. bessere Portraits zeichnen oder abstrakt malen oder eine neue Mixed Media Technik erlernen (Online-Kurs?), meine Produktivität steigern – es gibt Absichten wie Sand am Meer/wie Menschen auf der Erde.
  3. Oder alle sagen: „Du kannst das nicht. Sieht Scheiße aus.“ Aber ich mach es trotzdem. Weil es mir Spaß macht. Die können mich mal. Ich bin nicht mehr fahrlässig sondern vorsätzlich kreativ. Kreativität mit Absicht (grob fahrlässig mindestens!).

Nicht ganz so. Aber auch gut.

Die Wasserfrau im Wendebach, Detail

Intentional Creativity jedoch geht so:

Ich bereite mir Platz fürs kreativ sein und mache mir den so schön wie möglich. Ich schaffe einen kleinen Altar zu meiner Seite, der mich daran erinnert, woran ich glaube oder glauben möchte. Ich segne Leinwand und Farben in einem kleinen Ritual. Ich frage mich, erforsche mich, was meine Absicht für dieses Kreativprojekt ist und schreibe die Frage oder die zu prüfende Feststellung auf, oft auch direkt auf die Leinwand. Ich arbeite in Schritten auf der Leinwand, die immer mal wieder auf diese Frage zurückweisen und das fertige Bild gibt mir eine Antwort auf die Frage, die mir meist gefällt, manchmal aber auch nicht, was dann zur Frage nach Lösungen führt und mich weiterarbeiten läßt, mit neuer Kraft und Achtsamkeit. Meine innere Stimme ist meine Muse, nicht meine Kritikerin. Ich fühle mich bereichert und mit der/dem allmächtigen SchöpferIn/der Schaffenskraft an sich verbunden. Mein eigenes Bild inspiriert mein Leben, meine Gedanken und Gefühle.

Die Wasserfrau im Wendebach, Detail

Day 2 of To let the bared soul recall

Intentional Creativity in action… 😉

I am an early riser.

I may go to the easel for just 10 minutes because I have to leave for my job early. But these are precious 10 minutes. Today I found the white canvas from yesternights compline hour and read through your comments. And looking at the white and let ideas abound is my Laudes, prayer at dawn.

Oh. You wrote: Stars. Light and darkness. A light heart. A red heart with a wooden angel. Oh. Thank you, my friends!

In Intentional Creativity we start with an inquiry, which is the signpost of the path. To find out something – about my Self – too un-hide and bring to light the knowledge of the eternal soul I need an inquiry and I need to return to the inquiry now and then. To remember where I come from to remember where I am going. To consciously decide when to stroll away… 😉 Coming home from work I hurry to the easel and work as my sacred pause at a little late Sext, noon time:

The Inquiry is the light on a path that seems to be going into the darkness of not-yet-knowing – so I paint it on my canvas as my light:

And here comes the darkness. It is flowing, dripping, and it is blessed by my water from the spray bottle. At this moment in my life I am not afraid of the dark, I long for its stillness instead. Are these boats that carry me somewhere? Boats of darkness and stillness:

My very own heart, too often too small to bear all my feelings is the guide on the journey. I quickly paint at teatime, Non, afternoon time.

Enter the red heart, full of good earthy feelings like passion:

Oh? Where did the light heart go? And a wooden angel in the heart. An earthly angel? Or a figurine without life?

Marks for my sisters and friends that always witness me and encourage me when I need it. Can’t be bad times when I have such friends.

And stars. No sky without stars.

Now the night begins, compline fulfilled and darkness and stillness and this is the canvas after Day 2 of a journey in Intentional Creativity:

Good night and be blessed.

To let my bared soul recall…

Some weeks ago I woke up even though I wasn’t asleep. It was noon. I had just come home to the usual hurry of cooking lunch, looking after homework, cleaning house, walking dog, checking social media and then, only then, painting. Life was loud and I enjoyed it but I needed a pause. A sacred pause. I made me a coffee and went upstairs in my soon to be studio and sat down and looked around. Still so much to do. Still no easel, canvas and neither paint nor brushes. A room looking quite empty with only some leftover clutter.

I went down and got me what I needed. But the room kept its vibe of empty. And while putting down dots I had the idea of this challenge of painting on an advent inquiry to my soul. I have never ever finished a challenge. Am I going to? Not alone. It has to be joyful and playful but a demand on self discipline and life story interpretation would be good for me, too. Okay. Some pondering and here is my first challenge that I am going to finish.

My personal advent challenge: To paint daily 🎨to prepare my Self for the return of the Light. ☄Intentional Creativity in action.
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While I love silence and inner talk with my Muse, my Muse and me also love friends and connection and play. 💛💛💛Would you play with me?💛💛💛
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Here are the rules of the game:
1. ❄Tell me what to put on my canvas. A mark, a colour, a special form or shape. Three long lines? Very well! What? A lion? Ah, I’ll do just an outline of a lioness, or just a paw! (Or a tooth?)
2. ❄I’ll spent my sacred pauses of the day painting and will do as many suggestions of you as possible. But only in a way I want it.
3. ❄I’ll tell you what meaning I find on my canvas, translating your suggestion into some answer: „To let the bared soul recall what it knows beneath its fear of the dark“ (Gayle Boss) And 🤔😏😊🤗 I’ll show you how I painted what you suggested.
4. ❄I can add whatever I want on my canvas.

I hope you do not leave me alone this advent! 🤗🌲⭐🎄💛

Here to come all the progress pics and snippets of my life stories:

Day 1 ⭐

Day 1 – Time of Compline – Dec 1st 2019

All Souls, loved

Andrea’s Angel

Thank you, God, that I did not gow up in fear based christianity. I was born in a small village in the Sauerland (“sour land”) in Germany and my mom was devoted to the Mother of God, Mary. She taught me to pray the important prayers and she took me with her to sunday mass (we mostly went the evening before), to sunday verspers meeting, to rosary prayer meetings in octobre and Mary, Queen of May, prayer meetings in May, we honored the holidays (holy days) and the feast days of saints, Germany has many a no-working- holiday because of Catholicism.

But my Mama was not uptight and hard on me. In fact she only showed me Catholicism, living it, she didn’t preach or teach. The theology happened in school or later via books (as a child I wasn’t able to listen to a sermon – too boring.) When I didn’t want to join her – and of course I didn’t want to many a time – she was okay with it as long as I went to Sunday mass. And, again thank you, my God, I never encountered anything of the darker sides of this ‘church’ – no harsh threats by mentioning hell and sin and eternity, no sexual abuse, no mean words about the nature of girls and women. Hell was an eternity away – except for this time of the year. Halloween was not known yet. We would go to church on All Saints’ Eve because my mom was okay with me sleeping in. There all the saints would be celebrated. A long litany of their names mentioned, all of them asked to pray for us, to help us, to be with us. I knew a lot about them because in our almost book free house (money was tight) I had a big big book with all the saints legends. I liked many of them, many I found boring, some I disliked. It was like a large family. Saint Simon the Stylite my favourite uncle (imagine! He stood on a pillar! For years! Crazy Uncle Simon, ahem, holy Simon pray for me (maybe I can be a pillar girl ?!)) All Saints’ Day was the cozy family meeting.

Work in progress: „Saint Martha and her Tarasque“

But the next day was All Souls’ Day. Now that had a totally different taste. When I was a kid I loved Christmas and Easter Sunday the most – because of the gifts, lol, like most children do (obviously Saint Simon didn’t help me to become saintly concerning that) but then I loved All Souls’ Day most. The week before, my mother and I would go to the graveyard and take all the last flowers off of the grave of my granddad and grandma. We put a beautiful arrangement of conifere and holly branches there and put an oil candle in the little lamp on the soil. On All Saints Day we would light up the candle and say a prayer and then on All Souls’ Day the community met in the church and after prayers would walk to the graveyard, two minutes, and gather around the graves of our former priests. We gathered there because there wasn’t a chapel and because the yard of those graves was a circle and so we build a circle around the priest who held this prayer meeting (I liked our priest very much) and the altar boys who carried the sacred water. We would pray for all who had died, last year, many years ago, ever, for all those who had died but were not with God. I imagined them all coming into our circle. There was no explaining then but I understood that being without God when dead was very very undesirable. Yet I never shivered and never feared, because – duh! We prayed for them all – I was totally and completely convinced that God would listen and all Souls would be saved.

I didn’t get it completely why that was not in the same instant and we re-gathered again year after year but well, that didn’t shake my belief. After praying the priest would take the holy water, and he would sprinkle it on every single grave saying a prayer that I never understood, he mumbled it, but for me the veil was thin, God, the dead, the living, we all were present on the graveyard and I knew: It would be good. It will be good, all will be good, it will all be good. I felt a deep silence, every soul in thankful peace – almost like Christmas night. The daylight would fade while we stood on the graveyard and the darkness of the night came and all the little lights on the graves would shine and move and twinkle. Even on the graves that nobody cared for anymore those tending the neighbouring graves had lightened a candle. Nobody forgotten,nobody left behind. This is Christian love as I understand it: Nobody forgotten, nobody left behind.

I am so thankful that my mother spared me all the details of judgement and hell. Not sure how I would have reacted. I grew up knowing that God loves us all and all will be good in the end. No one will be forgotten, no one be left behind. And I am still convinced of this concerning our lifes after death, no matter what the church teaches in her catechism. Oh, I said HER catechism. This is a whole other post.

When I was in my 20s Halloween came to Germany because of aggressive marketing. It was embraced because we all had seen it in American movies and Tom and Jerrry, Bugs Bunny shows. I remember the first time the door rang and two girls dressed as witches looked at me a little afraid and also excited. I gave them two chocolate bars and end of the week I found a thank you letter in my mailbox. That’s Halloween for me – joyful connection.

Now – the thin veils of Halloween, part of so many beautiful paths of the modern pagan traditions – yes, maybe, I don’t know. It is not what I have experienced. I have experienced that the veil is thin when I want it thin, it thins with my prayers, my leaning towards my ancestors, dear ones long gone, not so long gone. It thins with the darker season, at night time, with silence. But there is no harm in making a festival for that. Let the awareness of our connectedness begin, yes!

I was in my late 20s when some day my Mom on the way back from Holy Mass opened up her heart and told me that there was a group of women in the village who would give away little booklets and cd’s with sermons or stories about the “poor souls”, the souls in limbo or hell. She nearly started crying and mentioned how somebody was able to see them, and how they cried and begged. And what if they got no help and what if we were to become such a poor soul too. At that time I had read a lot in the catechism and I knew what was told about hell and poor souls and sometimes I had fear too. But in that moment when my Mom was so in distress, I just put my hand on her arm and stopped walking to look her into the eye and I said: Mom! Do you really believe that Jesus Christ, and that Mother Mary, and the Saints and the Guardian Angels and all the good Beings on earth and in heaven leave those souls there, alone and in pain? Do you really believe that they will be left behind and forgotten? By God? And she looked at me and took a deep breath and then said: “I do not know. I wish I had your faith.” “I hand you over my faith, we can share my faith. You gave me yours, now I give you back from what God let grow out of it. Let’s just trust in his love.” “Yes.” She said, she, raised in a fear based Christianity, “yes!”

Die heilige Martha und Tarrasque

Heute ist der Feiertag der Heiligen Martha. Ich habe nicht lange darüber nachgedacht: Bitte, Martha, sei die Patronin meines Blogs und meiner Website. Hilf mir ein wenig dabei, bremse mich wo nötig, motiviere mich, hilf mir vor allen Dingen beim Alltag, denn meine Leserinnen und Leser haben nichts davon, wenn ich nur zu Füßen weiser Mystiker hocke (eigentlich: auf der Couch sitze und Bücher, die ich cool finde, lese). Man muss auch mal tüchtig, zuverlässig und gastlich sein. Hilf mir meine Drachen zu zähmen und zu besänftigen, zu besingen, zu betören und zu befreunden, dass sie mich nicht abhalten von meinem Ziel, das Geheimnis im Alltag zu erfahren.

Today is feast day of Saint Martha. I didn’t think long about it: Please, Martha, be patroness of my blog and my website. Help me with my blog, calm me down when necessary, provide motivation, help me with the day in day out of blogging, the mundane stuff because my readers will not read anything if I keep on sitting at the feed of wise mystics (aka lying on the couch with cool timeless literature). Sometimes you have to be diligent and just active and hospitable (and entertaining). Help me tame my dragons and to appease them, sing them down, infatuate them and befriend them so that they no longer keep me from my aim to experience the mystic in the mundane.

Die heilige Martha und Tarrasque/Saint Martha and Tarrasque WIP

Träumen oder Tun?

Gibt es irgendwelche besonderen weltlichen Ablenkungen oder Dinge in deinem Leben, die dich immer wieder von deiner spirituellen Übung und deiner Mitte ablenken?

Oh ja. *schäm*

Das ist der siebte
Belle Coeur Journaling Prompt – klick hier für alle.

Spaziergänge?

Der Kaffee. Ich will morgens beten. Erst muss ich den Kaffee haben, dann wandern auch schon die Gedanken. Dann ist es viel schöner beim Kaffee zu…. Siehe unten.

Das Handy. Ich will morgens/mittags/abends/die Stunden beten. Aber wenn ich das Stundengebet aufrufen will, dann checke ich nur kurz nochmal, was das für eine Email ist und was schreibt mir meine IC-Schwester… und die Zeit, die ich hatte ist vorbei.

Menschen. Ich kann jetzt nicht beten, weil ich erst –Endlosliste- den Kindern das Frühstück bereiten, meiner Mutter zuhören, abwarten bis das Fernsehen ausgeschaltet wurde, meinen Patenkindern auf WhattsApp antworten usw usw usw und noch hundert usw.

Die Unordnung. Erst noch gerade aufräumen. Da auch noch. Und „das Büro“ (Tamm tamm tamm tamm tamm), oh nein, das dauert bis heute Abend.

Mir fällt noch mehr ein.

Ist aber nicht nötig.

Es ist ja deutlich sichtbar – ich gebe meiner spirituellen Übung (Beten, Artjounaling, Malen) nicht die notwendige Priorität. Entweder Faulheit oder Geschäftigkeit gehen vor. Es ließe sich relativ leicht alles regeln:

Kaffee – nur noch Kaffee beim Beten. Konsequenz.

Handy – Handy aus für 30min, sollte jeder können. Konsequenz und Durchhaltevermögen. Hey, Lady, das Stundengebet-Büchlein ist im Regal im Esszimmer, kein Handy notwendig zum Beten!

Menschen – früher aufstehen, Mama mitbeten lassen, in ein anderes Zimmer gehen, Handy auslassen usw.

Die Unordnung – würde nicht stören, wenn ich meinen kleinen Hausaltar im „Büro“ ordentlich halten würde und nicht immer die Sachen davor ablegen würde. Priorität, Konsequenz, Durchhaltevermögen.

Es ließe sich alles regeln. Ziemlich leicht sogar. Ein wenig die Gewohnheiten ändern. Warum ist das so schwierig?

Der Unfall, Ausschnitt

Es ist viel schöner zu träumen, als tatsächlich zu tun.

Auch das ist Acedia. Wenn man sich weigert die Verantwortung zu übernehmen, zu regeln was geregelt werden kann und die guten Gewohnheiten einzuüben oder beizubehalten.