Träumen oder Tun?

Gibt es irgendwelche besonderen weltlichen Ablenkungen oder Dinge in deinem Leben, die dich immer wieder von deiner spirituellen Übung und deiner Mitte ablenken?

Oh ja. *schäm*

Das ist der siebte
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Spaziergänge?

Der Kaffee. Ich will morgens beten. Erst muss ich den Kaffee haben, dann wandern auch schon die Gedanken. Dann ist es viel schöner beim Kaffee zu…. Siehe unten.

Das Handy. Ich will morgens/mittags/abends/die Stunden beten. Aber wenn ich das Stundengebet aufrufen will, dann checke ich nur kurz nochmal, was das für eine Email ist und was schreibt mir meine IC-Schwester… und die Zeit, die ich hatte ist vorbei.

Menschen. Ich kann jetzt nicht beten, weil ich erst –Endlosliste- den Kindern das Frühstück bereiten, meiner Mutter zuhören, abwarten bis das Fernsehen ausgeschaltet wurde, meinen Patenkindern auf WhattsApp antworten usw usw usw und noch hundert usw.

Die Unordnung. Erst noch gerade aufräumen. Da auch noch. Und „das Büro“ (Tamm tamm tamm tamm tamm), oh nein, das dauert bis heute Abend.

Mir fällt noch mehr ein.

Ist aber nicht nötig.

Es ist ja deutlich sichtbar – ich gebe meiner spirituellen Übung (Beten, Artjounaling, Malen) nicht die notwendige Priorität. Entweder Faulheit oder Geschäftigkeit gehen vor. Es ließe sich relativ leicht alles regeln:

Kaffee – nur noch Kaffee beim Beten. Konsequenz.

Handy – Handy aus für 30min, sollte jeder können. Konsequenz und Durchhaltevermögen. Hey, Lady, das Stundengebet-Büchlein ist im Regal im Esszimmer, kein Handy notwendig zum Beten!

Menschen – früher aufstehen, Mama mitbeten lassen, in ein anderes Zimmer gehen, Handy auslassen usw.

Die Unordnung – würde nicht stören, wenn ich meinen kleinen Hausaltar im „Büro“ ordentlich halten würde und nicht immer die Sachen davor ablegen würde. Priorität, Konsequenz, Durchhaltevermögen.

Es ließe sich alles regeln. Ziemlich leicht sogar. Ein wenig die Gewohnheiten ändern. Warum ist das so schwierig?

Der Unfall, Ausschnitt

Es ist viel schöner zu träumen, als tatsächlich zu tun.

Auch das ist Acedia. Wenn man sich weigert die Verantwortung zu übernehmen, zu regeln was geregelt werden kann und die guten Gewohnheiten einzuüben oder beizubehalten.

Is there a soulmate?

Hast du einmal eine Seelenkameradin getroffen? Seelenkameradin in dem Sinne, dass du sofort spürtest, dass ihr dafür bestimmt wart euch zu treffen – miteinander sofort verbunden. Was hast du aus dieser Beziehung gelernt, was hat sie dir geschenkt?

Das ist der sechste
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Superpowers -Workshop

Wenn ich zurückschaue – dann sage ich klar und fest: Keine Ahnung! Ich weiß nicht, ob ich an Soulmates glauben soll. Ich hatte zweimal Freundinnen, von denen ich damals fest glaubte, sie seien Kameradinnen meiner Seele. Meine beste Freundin in der Zeit von 4Jahre bis 11 Jahre und eine andere, dann auch beste Freundin in der Zeit von 14 Jahren bis 25 Jahre. Ich konnte mir damals nicht vorstellen, jemals ohne die Freundin zu sein. Aber es ging auseinander, es tat sehr weh und es hat mich lange Zeit beeinflusst.

Blicke ich zurück finde ich nun, nach all den Jahren: meine Sandkastenfreundin war keine Seelenkameradin, sie hat all die Jahre brav mitgemacht, was ich, die ein Jahr ältere, gerne machen wollte, aber sie hat nie so daran gehangen, mit demselben Gefühl, wie ich.

Und die Schulfreundin – rückblickend merke ich, wie ich  mir etwas vorgemacht habe, wie unterschiedlich wir waren, welche Themen wir vermieden haben, wozu ich alles geschwiegen und mich angepasst habe.

Nein. Keine Soulmates. Aber im Sinne der Frage – war es vorherbestimmt, dass wir uns trafen? Ja. Nein. Jein. Keine Ahnung!

Was glaube ich? Dass solche Dinge vorherbestimmt sind? Begegnungen. Dass sie es eben nicht sind? Nur Zufall?

Weil ich mir wünsche, dass das Leben Sinn hat und Sinn macht, denke ich, dass egal ob vorherbestimmt oder nicht und egal ob Soulmate oder temporarily chosen mate in diesen Freundschaften Sinn steckt. Wir lernen etwas, wir geraten in eine Richtung, wir erleben mit einem Menschen eine Bandbreite an gefühlen, wir erkennen durch unser Gegenüber wer wir sind und wer wir sein möchten, manchmal auch trotz unseres Gegenübers, dann lernen wir in der Rückschau. So geht es mir.

Gott, mein Vater meine Mutter, danke für diese Freundinnen! Ich habe sie so geliebt. Es hat mich verletzlich gemacht. 

Ich glaube nicht, dass es eine Soulmate für mich gibt. Vermutlich, weil es für mich nach einer Nähe klingt, die ich mit Enge verwechseln würde.

Geschenkt wurde mir: Das Gefühl zu jemanden zu gehören – lange Zeit.

Gelernt habe ich: Menschen sind anders als ich sie wahrnehme. Menschen nehmen mich anders wahr als ich mich selbst sehe. Sich selbst verbiegen rettet nichts.

Doch nicht allein

Kannst du einen Wendepunkt deiner spirituellen Reise, eine Offenbarung oder einen Moment der Gnade benennen?

Das ist der fünfte
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Wirbelsturm, Ausschnitt aus She is now who she was born to be…

Einen schmerzhaft schlimmen Punkt:

Als ich zur Erstkommunion kam, also zum ersten Mal den Leib Christi essen durfte, war ich vorher überzeugt, dies würde eine mich völlig verwandelnde Erfahrung – ich war überzeugt, ich würde Gott begegnen, wie ich Menschen begegnete. Dass ich etwas erfahren würde, vielleicht nicht mit meinen Ohren hören, mit meinen Augen sehen, aber mit einem neu aufgeweckten neuen spirituellen Organ Gott wahrnehmen und dann wissen würde. So ist Gott. Oder zumindest: So ist Christus. (Mensch und Gott).

Es geschah nichts. Ich hörte nicht, ich sah nichts, ich merkte Gott nicht mehr als sonst auch.

In meiner Enttäuschung fragte ich mich, ob ich vielleicht nicht würdig gewesen war.

Erst durch die Reaktion meiner Eltern merkte ich, dass es normal ist, dass sich nichts ändert.

Ich war bitter bitter bitter enttäuscht, nahm es Gott sehr übel und hatte eine spirituelle Krise, die ein Ende fand, als ich ein Plastikpferdchen geschenkt bekam und im Traum lernte: das ist Nimbus und sie ist mein Freund. Durch Nimbus, die man vielleicht als Seelentier bezeichnen könnte, wenn man dem geneigt ist, war ich versöhnt und machte mich wieder auf meinen (inneren) Weg Gott zu erfahren.

Einen schönen Wendepunkt:

Mit 36 Jahren bekam ich, nach 2 Fehlgeburten und 6 Jahren festen Glaubens, dass ich keine Kinder bekommen werde, meine erste Tochter. Da hatte ich mir seit vielen Jahren weiß gemacht, dass ich Agnostikerin sei und mit Glauben nicht mehr viel am Hut hätte.

Dormant, Ausschnitt aus She is now who she was born to be….

In der Tiefe einer Nacht schaute ich beim Stillen mein Baby an und dachte mir, dass ich sie so sehr liebe, dass ich es nicht aushalten kann. Ich kann die Intensität der Liebe nicht aushalten, sie wird zerstörerisch werden, weil sie sich dahin richten wird, was alles Böses geschehen kann in dieser Welt. Da entschied ich, dass ich es nicht allein tragen kann sondern Gott mir beistehen muss. Ich wusste auch, dass diese Liebe ein milder Abglanz seiner Liebe ist. Ich fühlte, dass ich in einer langen Linie spiritueller Frauen stand und der Gedanke, dass auch meine Tochter dieses Erbe antreten würde tat gut. Ich nahm mir vor, nun nicht mehr zu hinterfragen sondern ein Jahr lang so zu leben, wie ich leben würde, wenn ich wirklich und fest glauben würde, wie ich leben würde, wenn mir damals bei der Erstkommunion dieses besondere spirituelle Organ bestätigt hätte: Ja, hier ist Gott, ich nehme Gott wahr.

Es hat kein Jahr gebraucht. Es war wie heimkommen in meinen Kinderglauben. Ich stellte fest, dass ich nicht einfach akzeptieren muss, was mir die Kirche als Lehre „serviert“ – ich kann damit hadern, zweifeln, rebellieren, lieben, umarmen, verändern und vieles mehr und mich Gott dabei nahe fühlen. Ich halte es aus. Ich spüre mich wachsen. Ich finde das spirituelle Organ. Es heißt „Liebe und Vertrauen“.

Nicht ohne Unterstützung

Fühlst du manchmal die Gegenwart oder die Unterstützung einer  geistigen Kraft oder eines Engels? Wie zeigt sie sich in deinem Leben?

Dies ist der dritte Belle Coeur Journaling Prompt – klick hier für alle.

Engel des Kommens und Gehens, work in progress

5min freies Schreiben:

Meine Erwartung ist – dass ich etwas sehe, höre, fühle, schmecke, wahrnehme mit meinen Alltagssinnen. So wie ich die Kaffeetasse vor mir sehe, den Kaffee rieche und schmecke, die belebende Wirkung spüre. Meine Alltagssinne sind geschult, ich finde ich bin jemand der viel wahrnimmt, etwas stärkere Antennen hat als viele andere. Aber meine körperlichen Sinne erkennen keine Gegenwart geistiger Kräfte und Mächte. Oder?

Ich bin sehr leicht gerührt. Berührt.

Ich habe viele Intuition und achte aufs Bauchgefühl.

Ich neige dazu Bedeutungen zu erkennen/zuzuschreiben und Verbindungen zu knüpfen, die andere über abwegig bis ungewöhnlich oder Aha! Ach ja! finden.

Ich bin in ständigem inneren Dialog mit mir. Und mir. Der inneren Muse, der inneren Kritikerin.

Wer weilt da in mir?

The Dweller in the Innermost?

Da spüre ich manchmal Gegenwart und Unterstützung, wenn ich meiner inneren Muse (die besondere, kreative Stimme der Liebe) zugehört habe, die über mich selbst hinauszugehen scheinen.

Vielleicht entdecke ich auch nur neue Seiten/Ideen an mir selbst. Hm.

Vielleicht ist es nicht wichtig das zu unterscheiden. Von wo die Stimme der Führung kommt.

Der Unfall, Ausschnitt

Im Jahr 2016 hatte ich einen lebensgefährlichen Autounfall. Ich kam von der Straße ab, fuhr mit 60-70 km/h eine Böschung hoch gegen einen Baum prallte ab, der Wagen überschlug sich und fiel mit der Beifahrerseite auf die Straße zurück. Ich hatte keine anderen Personen im Auto. Ich war die ganze Zeit bei Bewusstsein. Da lief keine Zeitlupe, aber dennoch hatte ich Zeit zu denken: Das ist jetzt wirklich lebensgefährlich. Und: Egal was kommt, egal wie ich überlebe, ich trage das mit Fassung und verzweifle nicht. Für meine Familie. Ich dachte an meine Kinder. Nicht einen Moment glaubte ich, dass ich sterben würde, ich schloss die Augen, weil ich nichts mehr tun konnte (Lenkung und Bremse schienen nicht mehr zu funktionieren) und ließ geschehen. Als es ruhig wurde, öffnete ich die Augen, hing seitlich im Gurt, bekam einen Moment Panik, weil ich glaubte, dass das Auto brenne würde, denn es roch so streng und es war Qualm im Raum. Dann wurde ich ruhig. Ich wusste, ich würde es rausschaffen. Ich höre draußen Autos anhalten und Männerstimmen. Man half mir raus, legte mich an den Straßenrand, kümmerte sich. Ich hatte ‚nur‘ einen Lendenwirbel gebrochen. Es gab noch viel Schmerzen, einiges an Therapie.

Aber rückblickend sehe ich und ich spürte es damals und kann es seither durch Erinnern spüren. Ich bin behütet. Ich wurde behütet und ich bin behütet, da ist eine Kraft. Sie war im Blech des Wagens, im Stamm des Baumes, in der Erde der Böschung, im Asphalt der Straße, im Mitgefühl der Ersthelfer, und vor allem in mir, in meiner Liebe zur meiner Familie und in meinem Willen, niemanden anderen darunter leiden zu  lassen, was mir passiert war.

Eine Kraft des Lebens. Leben, Liebe, Nähe.

Später habe ich dieses Bild dazu gemalt:

Grün ist die Kraft, hell. Wenn ich innehalte und mit den inneren Sinnen horche – ich nehme sie war.

Als ich noch zu wissen glaubte

Was ist deine früheste Erinnerung an eine Erfahrung der göttlichen Anziehungskraft? Eine Erfahrung, bei der du eine Verbindung mit etwas größerem als dir selbst spürtest, mit Gott, dem Universum…

Das ist der zweite Belle Coeur Journaling Prompt, klick hier für alle.

Crab Apple Quest, Version, Ausschnitt

Ich freute mich von früher Kindheit an, wenn ich sommermorgens in aller Frühe, lange vor meinen Eltern aufwachte, die Rolladen am Fenster vorsichtig schlitzte und durch die Löcher dem Sonnenaufgang zusah, mich dann wieder ins Bett legte und das langsame Wandern von Licht und Schatten betrachtend meinen Gedanken nachhing. Innerlich voller Licht und Freude, Sehnsucht und Erwartung. Ich sehnte mich danach allein in den Garten zu gehen. Oder einfach auf den Sonnenaufgang zu und hinein. Das ist die Sehnsucht nach Verschmelzung, Einssein, Gewissheit mit dem Numinösen. Ich hatte dann keine hinderliche Vorstellung von Gott sondern fühlte einfach den Drang etwas zu tun, um Gott in meiner Raum- und Zeitgebundenheit doch direkt erfahren zu können.

Eine frühe Sehnsucht

Was ist deine früheste Erinnerung an ein Gefühl der Sehnsucht nach etwas, das du nicht benennen kannst? Kannst du es nun benennen oder entzieht es sich dir immer noch?

Der Unfall, Ausschnitt

Dies ist der erste Belle Ceour Journaling Prompt – klick hier.

Wenn ich über die Fragen nachdenke, dann sehe ich mich als Kind im Grundschulalter. Es gab zwei Situationen die ein besonderes Gefühl der Sehnsucht hervorriefen: immer wenn ich meine Hände an unbekannte Bücher legen konnte. Dieses Gefühl hatte ich in der alten alten ersten Bücherei der kath. Gemeinde unseres Dorfes, in den Räumen mit den Holzböden, den Regalen vom Boden bis unter die Decke an den Wänden, dem Staub in der stillen Luft, die Sonnenstrahlen, die durch die Fenster und Gardinen brachen, die leisen Schritte anderer Besucher, das Murmeln der Dame oder des Herrn an der Ausleihe. So viele Bücher – ich wollte sie alle alle alle lesen. Und ganz besonders wollte ich weg von den Kindergeschichten über Eselchen und Nachbarskinder zu den wirklichen Geschichten. Wenn ich selbst ein Buch geschenkt bekam, konnte ich es unendlich lang in den Händen halten, streicheln und in der Vorfreude schwelgen. Es war die Sehnsucht zu erfahren, zu wissen, zu erleben, vor mir erfahren, gewusst, erlebt worden war. Die Sehnsucht nach Geschichten.

Ink and Honey und das schöne Herz

Überall das Kreuz

Innerhalb einer Woche habe ich das Buch „Ink and Honey“ von Sybil Dana Reynolds gelesen. Sie ist eine Bischöfin der katholischen Kirche.

Wie bitte?

Sie ist es natürlich nicht. Denn die katholische Kirche erlaubt die Weihe von Priesterinnen nicht. Das Sakrament der Priesterweihe steht nur Männern zur Verfügung. Tapfere Frauen wollten das nicht hinnehmen. Sie ließen sich zu Priesterinnen weihen. Ich habe schonmal vor Jahren davon gelesen. Wenn ich das recherchiert habe, dann berichte ich. Ich meine mich zu erinnern, dass diese Frauen exkommuniziert wurden, d.h. in den Augen der Kirche nicht mehr zur Kirche gehören. (seufz)

Ink and Honey ist die von den Beginen inspirierte Geschichte einer Gruppe von Frauen, die einen eigenen Weg suchen in schwesterlicher Gemeinschaft Gott in Gebet und Tat zu dienen.

Himmlische Schwester, irdische Schwester

Ich liebe das Buch. Es ist so gar nicht reißerisch geschrieben. Man hätte es so spannend machen können, doch hauptsächlich geht es um die Spiritualität der Schwestern von Belle Coeur – die ihrem geliebten Jesus, seiner Mutter und der Weisheit Gottes, Sophia, dienen möchten. Unter Anwendung des Wissens um die Reiche und Gnaden der natürlichen Schöpfung.

Doch, es gibt misstrauische Nonnen, missbrauchende Väter, ein Mädchen bei einem Mönch vor Mönchen versteckt, Naturmystik und Magie, Inquisition, Angst vor Hexen, Verfolgung, Vergewaltigung und viel spannendes, entsetzliches, reißerisches mehr. Doch das Buch ist nicht reißerisch. Die Dinge werden genannt, kurz beschrieben, nicht ausgekostet. Kein Suhlen im Skandalösen! Ausgekostet wird die Schönheit der Gemeinschaft, der Liebe, des Zusammenhaltes, der Gotteserkenntnis in und durch seiner eigenen Schöpfung – es hat mich, ja, erbaut. Es brachte mich mit jeder Lektüre dazu Gott zu preisen, zu danken, Liebe zu spüren, Sehnsucht.

Am schönsten die Beschreibung der Kathedrale von Chartres. Wie unglaublich sie auf die damaligen Menschen gewirkt haben muss.

Das Buch hat mich auf meine Sehnsucht zurückgeworfen: noch im Leben Gott zu begegnen, Gott als Vater und Mutter zu erfahren, Schwesterlichkeit zu erfahren und mein Leben in Achtsamkeit und Gottesgegenwart zu verbringen.

Warum – so frage ich durch das Buch – warum suche ich Gott so, wie es die Männer der katholischen Kirche festgelegt haben, warum höre ich nicht auf meine Stimme, warum ist meine Stimme so schnell Verführung und Stimme des Bösen, aber was sich irgendwann einmal Kirchenmänner und Mystiker mit eben ihrer Stimme gedacht haben, das ist die Stimme des Heiligen Geistes. Wo ist der Heilige Geist, der mir sagt, wann ich recht habe und wann nicht? Redet er nur mit dem Papst? Haben all diese Kirchenmänner eine andere Stimme nämlich eine inspirierte? Glaube ich das wirklich?

Ich habe mir vorgenommen ein Tagebuch zu führen, in dem ich versuche, der Stimme meiner Intuition und meiner Gedanken und Gefühle als inspirierter Stimme des Guten zu trauen. Zunächst mit Hilfe der Journaling Prompts von der Website der Autorin von Ink and Honey. So lange zu horchen, bis ich die Weisheit Gottes höre. So lange zu schauen bis ich die Weisheit Gottes sehe. Und die Liebe! Jesus und Maria, mein Herzgefühl, mein Bauchgefühl und mein gesunder Menschenverstand werden mir helfen.

Hier bin ich, Gott, ich mache mich bereit!

Zur Fastenzeit verzichte ich auf Selbsthass und übe mich in Bewusstsein von Gottes Gegenwart.


Was mir wichtig scheint

Gibt es irgendwelche besonderen weltlichen Ablenkungen oder Dinge in deinem Leben, die dich immer wieder von deiner spirituellen Übung und deiner Mitte ablenken?

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Ablenkungen? Oh ja. *schäm*

Ecotone, Ausschnitt

Der Kaffee. Ich will morgens beten. Erst muss ich den Kaffee haben, dann wandern auch schon die Gedanken. Dann ist es viel schöner beim Kaffee zu…. Siehe unten.

Das Handy. Ich will morgens/mittags/abends/die Stunden beten. Aber wenn ich das Stundengebet aufrufen will, dann checke ich nur kurz nochmal, was das für eine Email ist und was schreibt mir meine IC-Schwester… und die Zeit, die ich hatte ist vorbei.

Menschen. Ich kann jetzt nicht beten, weil ich erst –Endlosliste- den Kindern das Frühstück bereiten, meiner Mutter zuhören, abwarten bis das Fernsehen ausgeschaltet wurde, meinen Patenkindern auf WhattsApp antworten usw usw usw und noch hundert usw.

Die Unordnung. Erst noch gerade aufräumen. Da auch noch. Und „das Büro“ (Tamm tamm tamm tamm tamm), oh nein, das dauert bis heute Abend.

Mir fällt noch mehr ein.

Ist aber nicht nötig.

Es ist ja deutlich sichtbar – ich gebe meiner spirituellen Übung (Beten, Artjounaling, Malen) nicht die notwendige Priorität. Entweder Faulheit oder Geschäftigkeit gehen vor. Es ließe sich relativ leicht alles regeln:

Kaffee – nur noch Kaffee beim Beten. Konsequenz.

Handy – Handy aus für 30min, sollte jeder können. Konsequenz und Durchhaltevermögen. Hey, Lady, das Stundengebet-Büchlein ist im Regal im Esszimmer, kein Handy notwendig zum Beten!

Menschen – früher aufstehen, Mama mitbeten lassen, in ein anderes Zimmer gehen, Handy auslassen usw.

Die Unordnung – würde nicht stören, wenn ich meinen kleinen Hausaltar im „Büro“ ordentlich halten würde und nicht immer die Sachen davor ablegen würde. Priorität, Konsequenz, Durchhaltevermögen.

Es ließe sich alles regeln. Ziemlich leicht sogar. Ein wenig die Gewohnheiten ändern. Warum ist das so schwierig?

Es ist viel schöner zu träumen, als tatsächlich zu tun.

Auch das ist Acedia. Wenn man sich weigert die Verantwortung zu übernehmen, zu regeln was geregelt werden kann und die guten Gewohnheiten einzuüben oder beizubehalten.