Die innere Kritikerin und die innere Muse

Ich muss gestehen, eigentlich finde ich das Wort Muse nicht sehr ansprechend. Denn augenblicklich steht mir vor Augen: ein männlicher Künstler – und die Frauen seiner Umgebung entweder Dienstpersonal oder Musen (oder beides), je nachdem wie attraktiv ihr Aussehen. Manche Maler haben eine Dauermuse, manchmal ständig neue. Es sind reale Frauen und sie haben sich anschauen und abmalen lassen, manchmal, wie verrucht, nackt, oft auch nicht, jedenfalls sind sie selbst NICHT kreativ. In manchen Fällen wird ihre Kreativität sogar aktiv unterdrückt und verschwiegen. Schönes Leben für die Musen.

Bei Intentional Creativity wird das Wort Muse nicht so verwendet. Es geht zwar ähnlich wie die Muse des Malers zurück auf die griechischen Göttinnen der Künste und es deutet auch auf die hin, die die Künstlerin inspiriert, doch sie ist kein Wesen außerhalb sondern sie gehört zum Ich der Künstlerin. Sie ist die innere Stimme, die ungeheuer kreative Ideen hat, die starke leidenschaftliche Sehnsüchte und Bedürfnisse hat, die wild und rücksichtslos, sanftmütig und gütig sein kann und häufig sehr gefühlvoll und völlig unberechenbar ist – und deshalb in unsere heutige Welt nicht mehr gut hineinpasst.

Stattdessen haben gerade wir Frauen uns lieber eine innere Kritikerin zugelegt. Sie kommentiert alles was wir tun unaufhörlich, gerne sehr negativ. Sie vergleicht, macht schlecht, ist schlecht gelaunt und wählt sehr sehr gemeine Worte. Sie hat die Fähigkeit mich zum Weinen zu bringen und macht mich so fertig, dass ich mich nur noch betäuben möchte. Mit Schokolade, oder Binge-Watching. Aber sie bringt mich auch dazu mich anzupassen, Dinge zu schaffen, die Anerkennung bringen und für andere pflegeleicht zu bleiben. Denn eigentlich ist sie die pure Unsicherheit.

Intentional creativity hat folgende Theorie: Unsere innere Stimme ist eigentlich unsere Muse. Diejenige die direkten Kontakt zu unserer Seele hat, die Zugriff hat auf alles Gesehene, Erlebte, also auch Kontakt zu allen Ebenen des Ichs. Aber sie hat ihre eigene Sprache. Die Kreativität. Nur wenn wir sie hegen und pflegen mit kreativem Selbstausdruck und nur wenn wir sie unterstützen und ihre Anregungen aufnehmen, dann habe wir auch die weise, wissende Unterstützerin, die beste Freundin in unserer Muse.

Lehnen wir sie aber ab, vertrösten sie und wollen so gar nicht auf ihre Bedürfnisse eingehen, dann wird sie verbittert und verwandelt sich langsam in die Kritikerin. Da wird uns ihre ganze Macht bewusst, sie macht uns das Leben schwer.

Das gute ist: Man kann den Prozess wieder umdrehen. Indem man die innere Kritikerin mit Güte behandelt und indem man kreativ wird und tut, was man (die Muse) schon immer mal seit früher Jugend ausprobieren wollte. In Intentional Creativity haben wir Workshops um die Musenhaftigkeit der inneren Stimme hervorzulocken. Besonders geeignet um herauszufinden oder zu erinnern, was man seit Jugendzeiten wirklich mal gerne ausprobiert hätte und besonders geeignet für Frauen, die gerne malen würden, aber glauben, sie können es nicht.

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