Doch nicht allein

Kannst du einen Wendepunkt deiner spirituellen Reise, eine Offenbarung oder einen Moment der Gnade benennen?

Das ist der fünfte
Belle Coeur Journaling Prompt – klick hier für alle.

Wirbelsturm, Ausschnitt aus She is now who she was born to be…

Einen schmerzhaft schlimmen Punkt:

Als ich zur Erstkommunion kam, also zum ersten Mal den Leib Christi essen durfte, war ich vorher überzeugt, dies würde eine mich völlig verwandelnde Erfahrung – ich war überzeugt, ich würde Gott begegnen, wie ich Menschen begegnete. Dass ich etwas erfahren würde, vielleicht nicht mit meinen Ohren hören, mit meinen Augen sehen, aber mit einem neu aufgeweckten neuen spirituellen Organ Gott wahrnehmen und dann wissen würde. So ist Gott. Oder zumindest: So ist Christus. (Mensch und Gott).

Es geschah nichts. Ich hörte nicht, ich sah nichts, ich merkte Gott nicht mehr als sonst auch.

In meiner Enttäuschung fragte ich mich, ob ich vielleicht nicht würdig gewesen war.

Erst durch die Reaktion meiner Eltern merkte ich, dass es normal ist, dass sich nichts ändert.

Ich war bitter bitter bitter enttäuscht, nahm es Gott sehr übel und hatte eine spirituelle Krise, die ein Ende fand, als ich ein Plastikpferdchen geschenkt bekam und im Traum lernte: das ist Nimbus und sie ist mein Freund. Durch Nimbus, die man vielleicht als Seelentier bezeichnen könnte, wenn man dem geneigt ist, war ich versöhnt und machte mich wieder auf meinen (inneren) Weg Gott zu erfahren.

Einen schönen Wendepunkt:

Mit 36 Jahren bekam ich, nach 2 Fehlgeburten und 6 Jahren festen Glaubens, dass ich keine Kinder bekommen werde, meine erste Tochter. Da hatte ich mir seit vielen Jahren weiß gemacht, dass ich Agnostikerin sei und mit Glauben nicht mehr viel am Hut hätte.

Dormant, Ausschnitt aus She is now who she was born to be….

In der Tiefe einer Nacht schaute ich beim Stillen mein Baby an und dachte mir, dass ich sie so sehr liebe, dass ich es nicht aushalten kann. Ich kann die Intensität der Liebe nicht aushalten, sie wird zerstörerisch werden, weil sie sich dahin richten wird, was alles Böses geschehen kann in dieser Welt. Da entschied ich, dass ich es nicht allein tragen kann sondern Gott mir beistehen muss. Ich wusste auch, dass diese Liebe ein milder Abglanz seiner Liebe ist. Ich fühlte, dass ich in einer langen Linie spiritueller Frauen stand und der Gedanke, dass auch meine Tochter dieses Erbe antreten würde tat gut. Ich nahm mir vor, nun nicht mehr zu hinterfragen sondern ein Jahr lang so zu leben, wie ich leben würde, wenn ich wirklich und fest glauben würde, wie ich leben würde, wenn mir damals bei der Erstkommunion dieses besondere spirituelle Organ bestätigt hätte: Ja, hier ist Gott, ich nehme Gott wahr.

Es hat kein Jahr gebraucht. Es war wie heimkommen in meinen Kinderglauben. Ich stellte fest, dass ich nicht einfach akzeptieren muss, was mir die Kirche als Lehre „serviert“ – ich kann damit hadern, zweifeln, rebellieren, lieben, umarmen, verändern und vieles mehr und mich Gott dabei nahe fühlen. Ich halte es aus. Ich spüre mich wachsen. Ich finde das spirituelle Organ. Es heißt „Liebe und Vertrauen“.

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